Die Checkliste für eine Boing 747-800 vom Preflight bis zum Secure hat ca. 200 Punkte (so genau kann ich das als Laie ja nicht bewerten, werden die Überschriften dazugezählt?). Umso konkreter unser eigener Abflug wird, umso klarer wird eines: an alles kann kein Mensch denken. Und selbst wenn, ab wann ist eine Vorbereitung zufriedenstellend abgeschlossen? Zu welchem Zeitpunkt werden wir genug Sensibilität für ein Leben in einer fremden Kultur haben?
Zwei der, zum Teil sogar gelesenen, Bücher, die uns die letzten Monate beschäftigt haben und noch werden, möchten wir euch nicht vorenthalten.

Fremde Kulturen, von  Lothar Käser. Hr. Käser war auch auf unserer Vorbereitungswoche bei CFI und hat uns dort unter anderem nahegebracht, wie lange es dauert bis ein Mensch den Normen einer Kultur entspricht und anderes damit als fremd einschätzt (Enkulturation). Was wir tun und nicht tun und unsere Sprache sind nur die Oberfläche dessen, was wir Kultur nennen. Nicht unwichtig zu wissen: Der Unterschied zwischen Schuld- und Schamkultur, was unser Gewissen prägt. Nebenbei noch nützliche Hinweise, wie z.Bsp. unsere Tendenz zum Ethnozentrismus (auf Bayrisch: mia san mia und da Preiß is a Depp).

Third Culture Kids, hat einige hilfreiche Hinweise, wenn es darum geht unsere Kinder zu stärken. Unsere Kinder haben ihre Enkulturation noch nicht abgeschlossen, wachsen zwischen der Kultur der Eltern und der Kulter aller anderen auf, bilden so ihre eigene Third Culture. Käser gibt uns hier zum Beispiel den Tipp, „nie zwei languages zusammenputten!“ – sonst gibt’s Probleme im Schulalltag, weil der Lehrer Deutsch unterrichten möchte und kein Verständnis dafür hat, dass manches auf Luganda einfach schneller erklärt ist.

Bücher lesen kann helfen, was auf jeden Fall weiterbringt ist der Austausch mit anderen Mitgehern des Wegs. Unsere „Vorläufer“ in Ndejje haben uns mit irre viel Information bepolstert, unsere Landung sollte nicht allzu hart werden. In unserer Kirchengemeinde in Tübingen gibt es Freunde, die für uns beten werden. Das bedeutet uns viel, wir halten es mit Albert Schweizer und mit Jakobus: das Gebet verändert und vermag viel.

Alle unsere (Check)Listen werden nicht ausreichen, um den Vogel sicher steigen und landen zu lassen, aber zumindest wissen wir, wo wir unsere Winterklamotten in 3 Jahren erfolgreich suchen und finden werden: in Kiste #3 am Dachboden Christina’s Eltern.

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